Vorteile, Risiken & Kosten

Brustwarzen lasern: Hilft die Behandlung gegen Stillschmerzen?

Die Stillquote in Deutschland ist hoch. Fast 90 Prozent der werdenden Mütter beabsichtigen, ihre Babys zu stillen. Wären da nicht die unschönen Nebeneffekte wie wunde Brustwarzen – eine schmerzhafte Erfahrung für viele Frauen. Brustwarzen lasern kann Abhilfe schaffen.

Stillen kann wunderschön, aber auch sehr schmerzhaft sein. Gegen wunde Brustwarzen kann eine Lasertherapie helfen.
© Foto: Getty Images / Jose Luis Pelaez Inc
Stillen kann wunderschön, aber auch sehr schmerzhaft sein. Gegen wunde Brustwarzen kann eine Lasertherapie helfen.

Brustwarzen lasern: So funktioniert die Behandlung

Laserbehandlungen sind in der Medizin weit verbreitet, egal, ob gegen Pigmentflecken, unerwünschten Haarwuchs oder Narben. Auch bei wunden Brustwarzen hat sich die Lasertherapie durchgesetzt. 

Das Besondere an Laserstrahlen ist, dass sie sehr fein gebündelt werden können, sodass sie eine hohe Energiedichte haben und in den Zellstoffwechsel eingreifen können. Laserlicht kann so körpereigene Regenerationsprozesse unterstützen, wie beispielsweise bei verletzten Brustwarzen.  

Beim Brustwarzen Lasern kommt ein sogenannter  "Low-Level-Laser" oder "Softlaser" zum Einsatz, der aussieht wie ein großer Stift. Anders als bei chirurgischen Lasertherapien ist die Behandlung bei stillenden Frauen deutlich sanfter. Es kommt zu keiner Wärmeentwicklung. Auch wird kein Gewebe zerstört, sondern lediglich die Selbstheilung gefördert. Man spricht im Zusammenhang mit der Low-Level-Laserbehandlung auch von einer Regulationstherapie. Die körpereigenen Kräfte sollen aktiviert werden, um die wunden Brustwarzen zu heilen. 

Wichtig: Eine Lasertherapie bei gereizten Brustwarzen darf nur von geschultem Fachpersonal mit entsprechendem Schutzschein durchgeführt werden. Die Behandlung dauert etwa fünf Minuten pro Brustwarze. In der Regel sind bis zu vier Sitzungen notwendig. 

Brustwarzen lasern: Vorteile und Risiken

Mithilfe der Low-Level-Lasertherapie kann die Wundheilung verletzter Brustwarzen beschleunigt werden, damit es rasch zu einer Schmerzlinderung kommt. Die Strahlen sollen entzündungshemmend und durchblutungsfördernd wirken, sodass verletztes Gewebe abschwellen kann und das Risiko für Infektionen verringert wird.

Noch ein Pluspunkt der Laserbehandlung mit einem Softlaser: Sie erfolgt kontaktlos und ist bei korrekter Anwendung schmerzfrei. Die betroffenen Frauen nehmen die Therapie kaum bis gar nicht wahr und können im Anschluss sogar direkt wieder stillen. Vorteil der berührungsfreien Behandlung ist auch, dass eine zusätzliche Kontamination der ohnehin schon verletzen Brustwarze verhindert wird. 

Viele stillende Mütter sorgen sich, dass die Lasertherapie einen Einfluss auf die Muttermilch haben könnte. Dem ist aber nicht so. Geschmack und Konsistenz verändern sich nicht. Der Laser hat ausschließlich Einfluss auf die Hautdefekte. 

Risiken und Nebenwirkungen sind im Rahmen einer professionell durchgeführten Low-Level-Lasertherapie bei wunden Brustwarzen bislang nicht bekannt. Bei Unsicherheiten können Frauen ihre Stillberaterin oder Hebamme um Rat fragen. 

Übrigens kann die Laserbehandlung auch bei anderen Beschwerden im Wochenbett Abhilfe schaffen. Weitere Anwendungsgebiete sind:


  • verletzte, schmerzhafte Brustwarzen
  • Milchstau
  • schlecht heilende Damm- oder Kaiserschnittnarben
  • Windeldermatitis
  • Hämorrhoiden
  • verzögerte Nabelheilung beim Baby 

Kosten für eine Laserbehandlung der Brustwarzen

Die Low-Level-Lasertherapie ist bislang nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Es handelt sich dabei um eine sogenannte IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung), die Patientinnen selbst zahlen müssen. Die Kosten je Behandlung sind aber überschaubar und betragen im Schnitt 15 Euro. 

Alternativen zu einer Lasertherapie bei wunden Brustwarzen

Neben einer Laserbehandlung gibt es weitere wirksame Maßnahmen, die bei gereizten, schmerzenden Brustwarzen helfen können. Sind die Beschwerden besonders akut, rät Hebamme Friederike Ruof zu einer Wollfett Creme mit dem Wirkstoff Lanolin, auch Wollwachs genannt. Dieser bindet effektiv Feuchtigkeit und eignet sich daher sehr gut zur Behandlung rissiger und stark gereizter Brustwarzen.  

Noch ein bewährtes Mittel sind Silberhütchen, auch Silver Caps genannt. Die Kappen schützen die Haut vor Keimen und sorgen dafür, dass der feine Muttermilchfilm nach dem auf den Brustwarzen bleibt und diese feucht hält und pflegt. 

Eine weit verbreitete Lösung unter stillenden Frauen sind Gelkompressen. Auch die sind laut unserer Expertin zweckdienlich, allerdings werden sie häufig falsch angewendet und haben dann den gegenteiligen Effekt. "Maximal eine halbe Stunde anwenden und danach entsorgen", rät Ruof. 

Weiterhin empfiehlt die Hausgeburtshebamme  aus Hamburg, möglichst viel Luft an die Brüste zu lassen. "Jede Art von Reibung, auch durch Kleidungsstücke, ist ein zusätzlicher Störfaktor", erklärt sie. "Wer nicht nackt herumlaufen möchte, kann sich zum Beispiel aus einem Paar Socken sogenannte Donuts formen und diese um die Brust legen. So liegen die Brustwarzen auch unter der Kleidung frei und werden nicht unnötig gereizt."

Mütter, die dazu bereit sind, könnten auch für ein bis zwei Tage auf die Pumpe umsteigen, wenn die Schmerzen beim Stillen zu stark sind. Voraussetzung dafür ist neben der Bereitschaft der Frau, dass das Baby die Flasche auch annimmt und das Abpumpen der Milch nicht als unangenehmer als das Stillen selbst empfunden wird. 

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"Das Wichtigste aber ist", so Friederike Ruof, "den Gründen für die wunden Brustwarzen auf den Grund zu gehen. Oft helfen schon kleine Veränderungen der Still- oder Pumproutine. Die Hebamme oder Stillberaterin kann bei der Ursachenforschung helfen und wirkungsvolle Tipps geben. Sprecht sie einfach auf eure Beschwerden an."

Wunde Brustwarzen vermeiden

Sich bereits in der Schwangerschaft mit der Anatomie der Brust und dem Stillen zu beschäftigen, ist das beste Mittel, um wunde Brustwarzen zu vermeiden. Dazu meint unsere Expertin: "Frauen können ihre Brüste schon vor der Geburt aufs Stillen vorbereiten, etwa durch sanfte Brustmassagen und Ausstreichbewegungen, die später die Muttermilchproduktion anregen sollen." Das Ausstreichen könnte das Gefühl für die eigene Brust und den Umgang damit meist verbessern. Praktisch: Dabei kann oftmals schon Kolostrum, also Vormilch gewonnen und eingefroren werden.

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Daneben ist das korrekte Still- oder Pump-Management das A und O, um unnötige Reizungen der Brustwarzen zu vermeiden. Dazu gehört das richtige Anlegen der Pumpe beziehungsweise die optimale Stillposition. Das Baby sollte die Brustwarze mit dem Mund vollständig umfassen können. Wer sich Unterstützung wünscht, sollte nicht zögern, die betreuende Hebamme oder eine Stillberaterin um Rat zu fragen – im besten Fall auch schon vor der Geburt.

Autorin: Lisa Gutknecht

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