Ernährungstipps

Muss ich in der Stillzeit WIRKLICH auf Obst verzichten?

Viele Frauen denken, sie müssen in der Stillzeit auf ihr Lieblingsobst verzichten. Sie wollen Mini einen wunden Po oder Bauchschmerzen ersparen. ABER: Der Verzicht auf Obst und Gemüse ist gar nicht ratsam.

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Die Frage "Welches Obst muss ich in der Stillzeit meiden?" beschäftigt viele Mütter: Blähende Obstsorten gibt es viele, doch ihr müsst nicht unbedingt darauf verzichten.

Habt ihr auch ein gesundes Laster? Bei mir sind es Erdbeeren! Schon in der Schwangerschaft habe ich sie jeden Tag verdrücken müssen – und so ging es auch in der Stillzeit weiter. Dabei wirken sie bei einigen Babys blähend. Nachgedacht habe ich darüber ehrlicherweise nicht. Auch etwa Ananas, Mango oder Äpfel können zu Bauchschmerzen und Pups-Attacken führen. Aber bin ich gleich eine Rabenmutter, wenn ich meinen vitaminreichen Vorlieben in der Stillzeit nachgehe? Muss man sich beim Stillen tatsächlich das Lieblingsobst verkneifen?

Welches Obst in der Stillzeit meiden? Gar keins!

Was darf ich essen, was lieber nicht? Eltern wollen IMMER nur das Beste für ihr Kind. Doch gerade in der Stillzeit ist eine ausgewogene, abwechslungsreiche und vitaminreiche Ernährung essenziell. Sollte man da wirklich auf gewisse Obst- und Gemüsesorten verzichten? Laut dem Berufsverband der Frauenärzte e.V. ist es nicht nötig, in der Stillzeit auf bestimmte Obstsorten oder andere Lebensmittel zu verzichten. In der Regel wollen die Mamas so Blähungen beim Baby vermeiden – oder einen wunden Po. 

Und was, wenn das Baby doch auf das Obst reagiert?

Probiert euch ruhig durch das Obstregal. Bitte, bitte streicht in der Stillzeit nicht gewisse Lebensmittel von eurem Speiseplan. Ihr braucht sie jetzt besonders dringend. Testet euch vielmehr nach und nach durch die Sorten. Ihr werdet schnell merken, was geht und was gegebenenfalls nicht. Und wenn es doch einmal vorkommen sollte, dass euer Baby auf ein bestimmtes Lebensmittel reagiert, probiert einfach aus, was ihm besser bekommt.

Diese Lebensmittel werden von Babys meist gut vertragen – auch wenn sie grundsätzlich blähend wirken können:

Obst:

  • Apfel
  • Aprikosen
  • Bananen
  • Kaki / Sharon
  • Kiwi
  • Mango
  • Melone / Wassermelone
  • Papaya
  • Weintrauben

Gemüse

  • Möhren
  • Brokkoli
  • Fenchel
  • Spinat

Welches Obst KANN in der Stillzeit blähend wirken?

Wie gesagt: Knabbert euch durch! Nicht alles muss sich auch wirklich auf euer Baby auswirken. Ihr braucht die Vitamine und Nährstoffe. Dennoch ist es nicht schlecht, die potenziellen Bläh-Kandidaten unter den Obstsorten zu kennen. Erfreut euch trotzdem an ihnen und beobachtet einfach, wie es eurem Schatz danach geht. In der Regel macht es den Kleinen gar nichts aus. Auch, wenn Mama mal wieder einen Ananas-Anfall hatte.

Dieses Obst kann in der Stillzeit blähend wirken: 

  • Ananas
  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Bananen
  • Beeren (zum Beispiel Erdbeeren, Blaubeeren / Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren)
  • Birnen
  • Feigen
  • Kirschen
  • Nektarinen
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Trockenobst (zum Beispiel Rosinen, getrocknete Aprikosen, Datteln)
  • Weintrauben
  • Zitrusfrüchte (zum Beispiel Grapefruit, Mandarinen, Orangen, Zitronen)
  • Fruchtsäfte pur (zum Beispiel Smoothies, Apfelsaft, Orangensaft, Traubensaft)

Welche (anderen) Lebensmittel blähen beim Stillen? 

Hebammen und Frauenärzten zufolge können Hülsenfrüchte (zum Beispiel Bohnen, Erbsen, Kichererbsen oder Linsen), Knoblauch, Zwiebeln und Kohlgemüse (zum Beispiel Blumenkohl, Brokkoli, Wirsing oder Sauerkraut) im Einzelfall tatsächlich zu Blähungen führen. Müssen sie aber nicht. Sie sollten, wenn sich der Verdacht bestätigt hat, lieber gemieden werden. Auch Salat, Lauch, Sellerie oder Spargel können blähend wirken.

Das könnt ihr tun, damit das Obst besser verträglich wird

  • Verzehrt Obst nur in wirklich reifem Zustand.
  • Obst könnt ihr auch gut gedünstet oder als Kompott essen. Aber: Dann enthält es weniger Vitamine, sie gehen beim Erhitzen verloren.
  • Super lecker: Esst das Obst zusammen mit Joghurt oder Quark. 
  • Stopft keine zu großen Mengen Obst auf einmal in euch hinein – maximal 50 bis 100 Gramm sollten es sein.
  • Kaut gründlich durch und esst nicht zu schnell.

Übrigens: Ihr könnt in der Stillzeit schon den späteren Geschmack eures Kindes beeinflussen. Minis essen bestimmte Obst- und Gemüsesorten viel lieber, wenn Mama diese schon während der Stillzeit häufig verzehrt hat. Dem kann ich zustimmen: Mein Sohn liebt Erdbeeren – genau wie ich!

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