Im "echten" Leben, aber auch bei den Promis

Wenn Kinder mit Tampons spielen ... ist das ganz normal, oder?

In unseren Kolumnen lassen wir Eltern zu Wort kommen, die aus ihrem Familienleben berichten. Das ist manchmal turbulent, anstrengend oder einfach nur lustig und auf jeden Fall immer bunt. Und einige Erfahrungen teilen sie auch mit Promi-Eltern wie Serena Williams ...

Warum auch immer: Viele Kinder lieben es, mit Tampons zu spielen.
© Foto: GettyImages/Emilija Manevska
Warum auch immer: Viele Kinder lieben es, mit Tampons zu spielen.

Tampons waren eine Zeitlang sein Lieblingsspielzeug. Mein Sohn liebte es, sie aus- (und manchmal auch wieder ein-)zuräumen. Obwohl ich mich eigentlich nicht als verklemmt bezeichnen würde, war mir das immer etwas unangenehm, und ich packte sie meist schnellstmöglich wieder weg. Bis ich zu einer Freundin mit gleichaltrigem Sohn nach Hause kam: Überall im Bad und Flur lagen Tampons herum. Schulterzuckend sagte sie zu mir: "Das findet er gerade richtig toll." So entspannt kann man also auch damit umgehen, dachte ich.

Die Tochter von Serena Williams hält Tampons für ein Katzenspielzeug

Ähnliches erlebt offenbar die US-amerikanische Tennisspielerin Serena Williams mit ihrer Tochter. In einem Video, das Serena bei Tiktok teilt, reißt ihr Töchterchen eine Tamponverpackung nach der anderen auf. Sie ist überzeugt, es handele sich dabei um ein Spielzeug für die Katze. Da der erste Tampon schnell zerfleddert ist, "muss" sie eben den nächsten aufreißen. Unter dem Video schreibt Serena sinngemäß: "Wer bin ich, ihr den Spaß zu nehmen. Es ist ein Katzenspielzeug!" Immer noch besser, als Tampons in einem Schulprojekt als Wolken einzusetzen – wie eine andere Userin schreibt ;-)

Kindern die Regelblutung erklären

Doch Spaß beiseite. "Mama, warum ist da Blut im Klo?", fragte mein Sohn mich eines Tages. Okay, nun war ich dran und musste es ihm erklären. Irgendwie hatte ich die Befürchtung, das Blut könne ihm Angst machen, weil er an Schmerzen und Verletzungen denken könnte. Doch nichts dergleichen war der Fall. Es war für ihn eine völlig neutrale Frage aus reinem Interesse.

Er machte es mir also sehr einfach, ihm zu erklären, dass das bei Frauen nun mal einmal im Monat der Fall sei, dass sie bluten. Mehr wollte er dann auch gar nicht wissen, das Thema war gegessen. Mir gibt es ein gutes Gefühl, nichts verstecken zu müssen, sondern offen damit umgehen zu können. Und schließlich ist unsere monatliche Blutung doch das normalste der Welt, ohne die wir quasi keine Kinder bekommen könnten.

Andere Kulturen sind da viel fortschrittlicher und handhaben das seit Jahrhunderten viel offener. Ich habe mal gehört, dass es Länder gibt, in denen Frauen, die sich sonst die ganze Zeit um Kinder und Haushalt kümmern, sich für eine Woche zurückziehen dürfen, wenn sie ihre Menstruation haben, um sich auf sich und ihren Körper zu konzentrieren und mal eine Auszeit zu haben. Ganz schön fortschrittlich (also nicht das mit dem Haushalt, aber das mit der Me-Time) …

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