Achtung Lebensgefahr

Bitte zieht euren Kindern keine Winterjacke im Autositz an!

Wenn es draußen eiskalt ist, ziehen Eltern ihre Kids gerne wie das Michelin-Männchen an. Im Autositz kann eine dicke Jacke oder ein Schneeanzug aber zur tödlichen Gefahr werden. Wir klären über die Unfallrisiken auf und zeigen, wie Kinder auch ohne dicke Winterkleidung warm und sicher ans Ziel kommen.

Kinder sollten nicht mit dicker Jacke im Autositz angeschnallt werden.
© Foto: Getty Images
Kinder sollten nicht mit dicker Jacke im Autositz angeschnallt werden.

Jedes Jahr warnt der ADAC aufs Neue, Kinder nicht mit dicker Jacke anzuschnallen. Aber warum eigentlich? Der Gurt lässt sich trotz wattierter Jacke doch trotzdem recht fest anziehen. So denken vermutlich viele Eltern – und genau das ist so gefährlich! Denn der Gurt muss wirklich richtig fest sitzen, damit das Kind optimal geschützt ist.

Warum keine Jacke im Maxi Cosi?

Bei einem Unfall, selbst bei geringer Geschwindigkeit, sind die Kräfte so groß, dass das Füllmaterial der Jacke komprimiert wird und der Gurt das Baby nicht richtig im Sitz hält. Bei einem Aufprall kommt es zu einer sogenannten Gurtlose – der Körper schnellt nach vorne, da die Rückhaltefunktion des Gurts zu spät greift. Dadurch kann es gerade im Bereich des Kopfes und des Oberkörpers zu schweren Verletzungen kommen. Im schlimmsten Fall kann der Kopf sogar am Vordersitz aufschlagen. 

Wie viel Platz dicke Kleidung einnehmen kann, zeigt das folgenden Bild: Das Baby wird einmal mit dicker Jacke und einmal ohne angeschnallt. Die Gurte werden dabei nicht verstellt. Ohne Winterkleidung hat der Gurt viel zu viel Spiel und sitzt eindeutig zu locker. Ein sicheres Anschnallen ist mit dicker Jacke nicht möglich – weder im Kindersitz, noch in der Babyschale! 

Mit Winterjacke sitzt der Anschnallgurt nicht richtig! 

Auch ältere Kinder, die bereits in einem Autositz mit Dreipunkt-Gurtsystem sitzen, sollten nicht mit Winterjacke im Auto mitfahren. Der Gurt rutscht durch die dicke Kleidung zu weit nach oben und liegt nicht mehr auf dem Becken, wo er eigentlich hingehört. Im Falle eines Unfalls kann der Gurt in den Bauchraum des Kindes einschneiden, was zu Quetschungen oder auch Rissen von Leber, Darm oder Milz führen kann. Ärzte warnen sogar, dass daraus resultierende Blutungen lebensgefährlich sein können. 

Diese Gefahr besteht nicht nur bei hohen Geschwindigkeiten, wie man denken könnte. Der Crashtest vom ADAC zeigt, dass die Kräfte, die bei einem Aufprall von gerade einmal 16 Stundenkilometern walten, zu schwersten Verletzungen führen können. Und diese Geschwindigkeit entspricht einem Auffahrunfall im Stadtverkehr. Eltern sollten sich also bewusst machen, dass auch kurze Strecken zur Kita oder zum Supermarkt wirklich gefährlich sein können, wenn die Kids nicht richtig angeschnallt sind. Selbst bei Notbremsmanövern sind kleinere Verletzungen möglich. 

Was ihr eurem Kleinkind oder Baby im Winter im Auto anziehen könnt: 

Zugegeben: Babys oder Kinder an- und auszuziehen kann manchmal ganz schön nervig und zeitaufwendig sein. Aber Bequemlichkeit oder Vermeidung von Diskussionen sind an dieser Stelle fehl am Platz! Und mit diesen Tipps fahren alle kleinen Passagiere sicher im Auto mit: 

  • Kürzere Jacken können bei einem Dreipunktsystem vor dem Anschnallen hochgehoben werden, sodass der Gurt unter der Jacke möglichst eng am Becken verläuft. Beim Schultergurt könnt ihr die Jacke vor dem Anschnallen öffnen – so sitzt der Gurt nah am Körper.  
  • Kleidung aus Fleece, Wolle oder Wollwalk wärmt, ist aber trotzdem dünn genug, dass ein sicheres Anschnallen in Kindersitzen oder Babyschalen wie dem Maxi-Cosi gewährleistet werden kann. 
  • Mehrere dünne Schichten aus Unterhemd oder Body, Longsleeve, Pullover und Fleecejacke sind besser als eine dick wattierte Jacke.  
  • Für Babyschalen gibt es spezielle Einschlagdecken oder Fußsäcke
  • Auch Ponchos eignen sich prima für Kindersitze: Das Rückenteil kann man über die Rücksitzlehne werfen, vorne verläuft der Gurt unter dem Stoff. 
  • Habt im Winter am besten immer eine Decke im Auto parat, die ihr euren Kids überlegen könnt, bis die Heizung das Auto aufgewärmt hat. 
  • Im Autositz könnt ihr euren Kindern die Jacke nach dem Anschnallen verkehrt herum wieder anziehen. Oder ihr legt sie über die Beine. 
  • Wenn euer Kind eine kleine Frostbeule ist, wird euch dieses Produkt sicherlich begeistern. Von Osann gibt es Kindersitze mit der sogenannten Klimax-Technologie: Sobald der integrierte Sensor eine Temperatur von unter 5 Grad misst, wird die Sitzfläche automatisch beheizt – bis sie eine Temperatur von 20 Grad erreicht hat. Das System funktioniert ganz easy über die Stromversorgung im Auto. 
  • An ganz kalten Tagen könnt ihr vor der Abfahrt auch eine Wärmflasche in den Sitz oder die Babyschale legen. So haben es Rücken und Po gleich schön warm. 
  • Autos mit Standheizungen kann man vorwärmen, sodass die Kids es beim Einsteigen direkt mollig warm haben. So spart ihr euch auch das Eiskratzen. 
  • Die stoßabsorbierenden Einlagen in Autositzen und Babyschalen wirken übrigens wärmeisolierend. Wenn überhaupt muss euer Kind also nur einen kleinen Moment der Kälte ertragen. Und im Zweifelsfall lieber einmal kurz frieren als gefährliche Verletzungen zu riskieren. 
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