Zum Knutschen schön

Lippenpflege für Babys und Kinder – schon notwendig?

Gerade im Winter ist die Haut um den Mund trocken. Und auch ständiges Lippenlecken und Schnullern stresst die empfindliche Partie. Welche Lippenpflege Babys und Kleinkindern jetzt hilft.

Mit der richtigen Pflege, kommen Babys Lippen gut durch den Winter.
© Foto: Getty Images/freemixer
Mit der richtigen Pflege, kommen Babys Lippen gut durch den Winter.

Warum werden gerade die Lippen immer so spröde?

In den Wintermonaten ist das Gesicht Kälte und Wind meist schutzlos ausgesetzt, drinnen entzieht trockene Heizungsluft zusätzlich Feuchtigkeit. Lippen besitzen im Gegensatz zur Haut keine Talgdrüsen, die sie vor äußeren Einflüssen schützen können. Daher werden sie besonders schnell trocken und rau.

Brauchen Kinder wirklich eine Lippenpflege?

Jede Haut ist anders – das gilt auch für die Lippen. Ein Baby, das dick eingepackt im Kinderwagen durch die Kälte geschoben wird, braucht vermutlich keinen extra Schutz für die Lippen. Anders sieht es aus, wenn Kinder zum Beispiel stundenlang draußen spielen. Dann kann es durchaus passieren, dass die empfindliche Lippenpartie austrocknet. Hinzu kommt, dass Kinder erste Anzeichen wie Spannungs- oder Trockenheitsgefühle nur selten direkt kommunizieren. Und sind Lippen erst einmal spröde, können sie auch schnell einreißen. Dann brennt es beim Essen und selbst das Zähneputzen kann zur Tortur werden. Schmerzen, die ihr eurem Kind sicherlich gerne ersparen möchtet! Daher ist Lippenpflege kein Muss, aber auf jeden Fall gut zur Vorbeugung – besonders bei Kindern, die ohnehin zu trockener Haut neigen.

Kann man von "Labello" abhängig werden?

Wohl eine der am häufigsten gestellten Fragen, wenn es um Lippenpflege geht. Da viele Produkte sich auf die Lippen legen und nicht einziehen, kann nach einigen Stunden das Gefühl entstehen, nachcremen zu müssen, da sich die Lippen nun wieder anders anfühlen. Je nach Zustand reicht es aber völlig aus, die Lippenpartie ein bis drei Mal täglich zu pflegen. Zudem ist es völlig normal, dass sich Lippen ohne Produkt rauer anfühlen als mit. Wir haben uns schlicht an die weichen Lippen gewöhnt und wollen diesen Zustand gerne erhalten. Die Haut wird dadurch aber nicht abhängig von einem Produkt.

Muss es unbedingt eine Lippenpflege speziell für Babys oder Kinder sein?

Der Nachwuchs kann gerne euren Lippenbalsam mitbenutzen – vorausgesetzt er enthält keine Bestandteile speziell für Erwachsene, wie zum Beispiel Anti-Aging-Wirkstoffe oder bestimmte ätherische Öle, und wird mit einem sauberen Finger aufgetragen. Pflegestifte solltet ihr im Idealfall nicht teilen – so können schnell auch mal Krankheiten wie Herpes weitergegeben werden. Bei Pflegeprodukten für Kinder hilft immer auch ein Blick auf die Verpackung weiter, ab welchem Alter sie benutzt werden dürfen. 

Wie sieht es mit Mineralölen aus?

Mineralöle wie Paraffin legen sich wie ein Film auf die Lippen und schützen die Haut so vor Feuchtigkeitsverlust. Das ist per se gut – allerdings stehen Mineralöle seit Jahren in der Kritik. Denn zwei Bestandteile sind laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) "potentiell besorgniserregend":  Sognannte MOSHs (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) können sich im Körper anlagern, MOAHs (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) stehen unter Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein. Laut Efsa sollen besonders MOAHs auf keinen Fall in den Körper gelangen. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, achtet auf zertifizierte Naturkosmetik – in diesen Produkten dürfen Mineralöle nicht enthalten sein. Stattdessen kommen hochwertige, natürliche Inhaltsstoffe zum Einsatz wie Aprikosenkernöl oder Vitamin E, die die Lippen mit Feuchtigkeit versorgen. Oder Bienenwachs, das rückfettend und keimtötend wirkt – perfekt, wenn die Lippen schon ein wenig aufgesprungen sind.

Drei empfehlenswerte Lippenpflege-Produkte, schon für Babys und Kinder: "Dr. Bronner Baby-Mild Lippenbalsam", "Lanisoh Lanolin Lip Balm" oder "Weleda Everon Lippenpflege".

Sind Lippenpflegestifte mit Duft oder Geschmack empfehlenswert für Kinder?

Zugegeben: Pflegestifte, die zum Beispiel nach Erdbeere duften oder nach Schokolade schmecken, sind verlockend. Für Kinder – und Eltern: Denn gegebenenfalls müssen wir so nicht über die Notwendigkeit des Lippen-Eincremens diskutieren. Leider verleiten diese Produkte Kinder dazu, sich vermehrt die Lippen zu lecken, was zum einen kontraproduktiv für die Haut ist, zum anderen auch die Gefahr birgt, dass Mineralölbestandteile verschluckt werden. Von daher besser von Anfang an auf einen kindgerechten Lippenbalsam ohne Chichi setzen.

Wie entsteht ein Lippenekzem?

Einmal mit der Zunge über die Lippen geschleckt, schon sind sie wieder feucht. Das machen Kinder ebenso gern wie Erwachsene, wenn sich die Lippen trocken anfühlen. Doch durch das Lecken wird die Haut auf Dauer noch empfindlicher: "Manchmal kann die ständige Benetzung mit Speichel die Haut irritieren", erklärt Dr. Christina Schnopp von der Hautklinik der TU München. "Auch ständiges Schnullern oder Sabbern trägt dazu bei." Die Folge ist ein Lippenekzem – das ist eine auffällige Rötung rund um den Mund, so weit wie die Zunge der Kleinen reicht. Damit es dazu gar nicht erst kommt, können Eltern die Lippen der Kinder mit einer rückfettenden Creme pflegen, am besten mehrfach täglich. "Das ist kein Muss für alle, aber sinnvoll für Kinder, die öfter ihre Lippen lecken", so die Ärztin. "Nachts sollte eine weiche Zinkpaste aufgetragen werden, die die Wundheilung unterstützt."

Wann sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen?

Für gewöhnlich werden spröde Lippen schnell wieder weich, wenn man sie mit rückfettenden Cremes regelmäßig behandelt. Bei einem Lippenekzem kann es aber sein, dass die Haut so sehr geschädigt ist, dass die Entzündung nicht mehr abheilt. In diesem Fall sollten Eltern mit ihrem Kind unbedingt den Kinderarzt aufsuchen. Er wird gegebenenfalls eine cortisonhaltige Creme verschreiben, die die Beschwerden lindert und die Hautbarriere wiederherstellt. Anschließend ist es wichtig, die "neue" Haut vorbeugend gut vor äußeren Einflüssen wie Wind und Kälte und auch Speichel zu schützen.
 

Autorin: Jana Kalla

Lade weitere Inhalte ...