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10 Schlafprobleme und ihre Lösung

So schläft dein Baby gut

Immer wieder in der Nacht aufstehen und das Baby trösten – das strengt Eltern ganz schön an. Doch die meisten Schlafprobleme lassen sich leichter lösen, als Mütter und Väter glauben.

Dr. Bernhard Hoch (Schlafmediziner an der Kinder- und Jugendklinik Josefinum in Augsburg) und Beatrice Cosmovici (Mitarbeiterin der Münchner Sprechstunde für Schreibabys) besprechen die zehn häufigsten Probleme.

Problem Nr. 1: Mein Mann ist unter der Woche auf Montage. Kommt er am Wochenende nach Hause, schläft unsere Tochter (zehn Monate) unruhiger. Was können wir tun?

Dr. Hoch: Wichtig ist, dass Sie immer den gleichen Rhythmus beibehalten – egal, ob Ihr Mann zu Hause ist oder bei der Arbeit. Ihre Tochter muss lernen, dass der Tag am Sonntag genauso wie am Montag verläuft, nämlich mit festen Zeiten fürs Aufstehen, Spielen, Essen, Zubettbringen und Schlafen. Stimmen Sie sich entsprechend mit Ihrem Mann ab.

Problem Nr. 2: Unser Sohn (1) macht beim Zubettgehen viel Theater. Um 18 Uhr ist er müde und reibt sich die Augen. Dann lege ich ihn hin. Wenn ich aus dem Zimmer gehe, weint er. Er lässt sich nur beruhigen, wenn ich seine Hand halte – das kann eine Stunde dauern.

Dr. Hoch: Versuchen Sie, Ihren Sohn hinzulegen, bevor er zu müde ist. Es gibt im 45-Minuten-Rhythmus Schlaffenster. Das sind Zeiten, in denen Kinder besonders leicht einschlafen. Ist so ein Schlaffenster wieder zu, fällt das Einschlafen schwer. Typische Anzeichen für Müdigkeit: Das Kind wird unruhig und quengelig, es lässt sich nicht mehr durch Späße ablenken. Es reibt sich Augen und Ohren, gähnt, dreht das Köpfchen weg und meidet intensiven Blickkontakt. Sein Blick ist glasig, es guckt ins Nichts. Mit ein bisschen Ausprobieren finden Sie bestimmt die Schlaffenster Ihres Sohnes heraus. So gewöhnen Sie ihn leichter daran, ohne Ihre Hand einzuschlummern.

Problem Nr. 3: Bisher hat unsere Tochter (1) immer durchgeschlafen. Neuerdings wird sie kurz nach dem Einschlafen wieder wach, weint und schläft nur auf meinem Arm ein. Können das die Zähne sein? Oder träumt sie schlecht? Geht das vorüber?

Dr. Hoch: Dass die Zähne der Grund sind, halte ich für eher unwahrscheinlich. Sie schieben etwa ab dem sechsten Monat immer und würden Ihre Kleine also auch am Tag plagen. Es gibt allerdings Phasen, in denen Kinder schlecht schlafen und nachts wach werden. Das hängt oft mit einer Umstellung zusammen: von der Sommer- auf die Winterzeit, nach dem Urlaub, nach dem Besuch bei der Oma.. Wichtig ist dann, dass Sie Ihre Tochter im Bettchen beruhigen und sie nicht herausnehmen. Sonst lernt sie: Wenn ich wach werde, komme ich näher zur Mama. Es kann auch sein, dass Ihre Tochter träumt. Vergewissern Sie sich, ob sie tatsächlich wach ist. Kinder können nämlich auch im Traum weinen. In diesem Fall lassen Sie Ihre Tochter ganz in Ruhe.

Problem Nr. 4: Unsere Tochter (8 ½ Monate) wacht nachts manchmal stündlich auf und lässt sich kaum beruhigen. Sie schläft tagsüber am Vormittag eine halbe Stunde, mittags 45 Minuten und zwischen 18.30 und 19.30 Uhr noch einmal. Wenn ich sie um 21 Uhr ins Bett bringe, dauert es oft eine ganze Stunde, bis sie eingeschlafen ist. Wissen Sie Rat?

Dr. Hoch: Ihre Tochter wacht nachts auf, weil sie nicht mehr müde genug ist. Bei drei Nickerchen am Tag bleibt nicht mehr viel Zeit für einen geruhsamen Nachtschlaf. Führen Sie deshalb eine Weile ein Schlafprotokoll. Am besten schreiben Sie einen Plan, wie Sie Ihren Tag gern strukturiert hätten. Also zum Beispiel um 7 Uhr die erste Mahlzeit, bis 8.30 Uhr spielen und aufräumen, von 9 bis 10 Uhr ausruhen, von 10 bis 12 Uhr einkaufen, spazieren gehen etc. Von 12 bis 12.30 Uhr Mittagessen, von 13 bis 14.30 Uhr ausruhen. An diesen Plan halten sich alle, die mit dem Kind zu tun haben, also auch der Vater, die Oma, der Babysitter etc. Ins Bett geht Ihr Kind zu der Zeit, die für Sie optimal ist. Warum nicht bereits um 19 Uhr? Versuchen Sie, im Dreiviertel-Stunden-Rhythmus dahinzukommen. Wenn Ihr Baby bisher um 21 Uhr ins Bett geht, dann legen Sie es um 20.15 Uhr hin. Nach zehn Minuten verlassen Sie das Zimmer. Wenn Ihre Tochter weint, gehen Sie nach fünf Minuten wieder hinein, streicheln sie und reden beruhigend auf sie ein, nehmen sie aber nicht mehr aus dem Bett. Für dieses Schlaftraining sind Geduld und Konsequenz nötig. Am besten wechseln Sie sich deshalb mit Ihrem Partner ab, dann schaffen Sie es leichter. Es kann einige Tage dauern, bis die Kleine sich an den neuen Rhythmus gewöhnt hat.

Problem Nr. 5: Überall lese ich, dass Babys auf dem Rücken schlafen sollen, um vor dem Plötzlichen Kindstod geschützt zu sein. Bisher habe ich auch darauf geachtet. Aber seit ein paar Wochen dreht sich unser Sohn (sechs Monate) nachts vom Rücken auf den Bauch. Ich stehe extra auf und drehe ihn zurück. Aber es dauert nicht lange und er liegt wieder auf dem Bauch. Das macht mir Angst!

Beatrice Cosmovici: Es gibt Kinder, die nur auf dem Bauch schlafen wollen. Bei meinen beiden Töchtern war das auch so. Machen Sie sich keine Sorgen – so klein ist Ihr Sohn ja nicht mehr. Wahrscheinlich kann er sein Köpfchen auch schon selbstständig heben und zur Seite drehen. Das können Sie auch tagsüber mit ihm üben: Legen Sie ihn auf den Bauch und spielen oder scherzen Sie mit ihm. Außerdem sollten Sie alles Überflüssige aus seinem Bettchen nehmen, wie beispielsweise Kissen, Decken oder viele Kuscheltiere. Dann sind Sie auf der sicheren Seite!

Problem Nr. 6: Unser Sohn (2) wandert seit einiger Zeit nachts zwischen zwei und drei Uhr in unser Bett. Dort schläft er sofort wieder ein – aber ich bin hellwach und finde nicht mehr zur Ruhe. Ich habe schon versucht, unseren Kleinen in sein Bett zurückzubringen, aber dann schreit er.

Beatrice Cosmovici: Viele Kinder haben Phasen, in denen sie nachts die Nähe ihrer Eltern suchen, zum Beispiel wenn sie krank sind, schlecht träumen oder der Tag sehr aufregend war. Das ist auch in Ordnung, solange es für die Eltern akzeptabel ist. Reden Sie mit Ihrem Mann und finden Sie eine gemeinsame Linie. Wenn Sie nachts Ihre Ruhe brauchen, sollten Sie Ihrem Kleinen liebevoll und konsequent mitteilen, dass jeder in seinem eigenen Bett schläft. Damit schaden Sie Ihrem Sohn nicht! Schwierig wird es eigentlich nur, sobald die Eltern sich nicht eindeutig verhalten. Kinder spüren Wankelmütigkeit sofort und fangen an zu quengeln – bis sie ihr Ziel erreicht haben: das Bett der Eltern.

Problem Nr. 7: Wir haben schon so viel versucht. Trotzdem schläft unser Baby (ein Monat) wenig und weint sehr viel. Was können wir noch tun?

Beatrice Cosmovici: Vermutlich ist Ihr Baby überreizt. Wichtig zu wissen: Bei Neugeborenen ist das Zentrum im Gehirn, das Wachen und Schlafen reguliert, noch nicht ausgereift. Es braucht etwa drei Monate, um nachzureifen. In dieser Zeit sollten Eltern darauf achten, dass nicht zu viele Reize auf ihr Baby einstürmen. Gut, wenn sie es öfter hinlegen, damit es genug Schlaf bekommt. Ist ein Baby mit einem Monat etwa eine oder eineinhalb Stunden wach, braucht es wieder ein Päuschen. Sonst ist es irgendwann so überreizt, dass es nicht mehr in den Schlaf findet. Legen Sie Ihr Kind bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit wie Gähnen und Augenadreiben ins Bettchen und dunkeln Sie das Zimmer ab. Weint es, setzen Sie sich daneben und streicheln Ihr Kind. Wenn es ganz außer sich ist, können Sie es auf den Arm nehmen und durch sanftes Hin- und Herwiegen beruhigen.

Problem Nr. 8: Unsere Tochter (acht Monate) schläft nur an meiner Brust ein. Ich stille noch fast voll, mittags bekommt die Kleine einen Brei und dann die Brust. Ein Fläschchen nimmt sie nicht, das habe ich schon probiert.

Dr. Hoch: Mit acht Monaten braucht Ihre Tochter nachts gar nichts mehr zu trinken – weder Milch noch Tee. Wenn Sie das Einschlafen vom Trinken trennen möchten, müssen Sie ihr jetzt zeigen: Die Brust ist nur für Mahlzeiten da. Diese Umstellung wird sicher eine Weile dauern, denn Ihre Tochter hat gelernt, an der Brust getröstet zu werden. Am besten machen Sie sich einen Stundenplan mit festen Zeiten für das Stillen – das erleichtert die Kontrolle.

Problem Nr. 9: Unser Sohn (1) wird nachts häufig wach. Er schläft nur in meinem Bett schnell wieder ein. Sein Bett mag er nicht. Er schreit schon, wenn ich ihn tagsüber hineinstelle, weil ich duschen möchte.

Dr. Hoch: Dass Ihr Sohn sein Bett nicht mag, ist verständlich. Für ihn ist das nicht der Ort, an dem er schläft, sondern dort wird er abgelegt, weil Mama duschen will. Setzen Sie ihn dazu künftig besser in einen Laufstall statt in sein Bett.

Problem Nr. 10: Mein Sohn (acht Monate) wacht nachts hin und wieder auf und weint. Mit dem Schnuller ließe er sich schnell beruhigen, aber ich habe gehört, dass man Kindern den Schnuller nachts nicht geben soll. Deshalb bekommt mein Sohn Tee. Ich würde gern wieder durchschlafen.

Beatrice Cosmovici: Sie dürfen Ihrem Sohn ruhig den Schnuller geben. Legen Sie einfach drei Stück zu ihm ins Bett, einen wird er schon greifen, falls er wach wird. Das ist auf jeden Fall besser, als nachts ein Fläschchen zu geben. Ihr Baby braucht in seinem Alter nichts mehr zu trinken. Wenn Sie Ihrem Sohn die Flasche geben, gewöhnt er sich auf Dauer daran und Ihr Schlaf wird noch mehr gestört.

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