Klassische Leckereien

Weihnachtsessen in der Schwangerschaft – was ist wirklich tabu?

Weihnachten – das Fest des großen Schlemmens! Doch sind Gänsebraten, Forelle, Marzipan, Lebkuchen oder Fondue auch in der Schwangerschaft erlaubt? Wir sagen, was geht und was eher nicht.

© iStock/SrdjanPav
Sind Lebkuchen, Marzipan und Co. an Weihnachten als Schwangere okay?

Für die meisten von uns ist Weihnachten wohl DER große Schmaus des Jahres. So viele Köstlichkeiten landen zur Weihnachtszeit auf dem Tisch – und einige Klassiker wie Gans, Kartoffelsalat, Pastete oder Zimtsterne gehören nun einmal einfach dazu. Aber was, wenn man gerade schwanger ist? Darf wirklich alles ohne Bedenken gegessen werden? Leider nicht. Wir geben euch einen Überblick!

Zimtsterne in der Schwangerschaft

Es ist wohl DAS Weihnachtsgebäck – und einfach nicht wegzudenken: Zimsterne. Doch hier ist Zimt (wehenfördernd) sowie Cassia-Zimt enthalten, der leider durch einen hohen Cumarin-Anteil leberschädigend sein kann. Dürfen schwangere Frauen also Zimtsterne essen? JA! Ein Blech Zimtsterne enthält nämlich nur knapp vier Gramm Cassia-Zimt – damit können keineswegs Wehen ausgelöst werden. Auch die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern gibt hinsichtlich der möglichen Leberschädigung Entwarnung: Demnach können Erwachsene mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm täglich bis zu 120 Gramm Cassia-Zimt ohne Bedenken essen.

Ein Glück, was? Aber: Auch hier bitte auf eine normale Verzehrmenge achten. Im Zweifel könnt ihr aber auch hier einfach selbst backen. Dann greift aber lieber zum Cumarin-freien Ceylon-Zimt.

Lebkuchen zu Weihnachten in der Schwangerschaft

In diesem leckeren Weihnachtsgebäck stecken Gewürze wie Nelken, Zimt, Piment, Ingwer, Muskatnuss oder Kardamom. Bedauerlicherweise spricht man einigen von diesen Geschmacksträgern eine wehenfördernde Wirkung zu. Zugreifen dürft ihr dennoch, aber bitte lieber nur in Maßen. Denn darin steckt auch sehr viel Zucker. Tipp: Einfach selber backen und Gewürz- und Zuckermenge reduzieren. 

Parfait in der Schwangerschaft

Ein beliebtes Weihnachtsdessert – doch ist es auch in der Schwangerschaft erlaubt? Je nachdem, wie das Parfait zubereitet wurde. Verzichtet hier unbedingt auf rohes Ei, um einer Salmonellen-Erkrankung vorzubeugen. Im Zweifel verzichtet auch lieber auf dieses Dessert. 

Weihnachts-Marzipan

Für alle Marzipan-Fans kommt jetzt die Erleichterung. Denn hier dürft ihr zugreifen. Zwar enthalten einige Leckereien mit Marzipan Alkohol, doch der Anteil ist meist sehr gering. Heißt: Wenn ihr es hin und wieder in normalem Maß genießt, sehen Experten den Konsum unkritisch. Es gibt aber auch Marzipan, das gänzlich auf Alkohol verzichtet. Noch besser! Schaut also am besten vor dem Naschen einmal ganz genau auf die Zutatenliste.

Gänsebraten und Schmorbraten

Da diese beiden klassischen Weihnachtsgerichte lange im Ofen erhitzt werden, spricht hier nichts dagegen, sie zu genießen. Bedenkt aber im Zweifel den hohen Fett- und Kaloriengehalt. Sehr fettiges Essen kann in der Schwangerschaft zu Übelkeit oder Sodbrennen führen.

Forelle zu Weihnachten

Auch die Forelle landet in vielen Familien zur Weihnachtszeit auf dem Tisch. Aus Tradition. Doch darf man den Fisch auch in der Schwangerschaft essen? Lieber nicht. Zumindest auf die geräucherte Forelle solltet ihr lieber verzichten. Sie kann für das Baby schädliche Bakterien enthalten, weil er nicht stark genug erhitzt wurde. 

Aber ihr könntet stattdessen zu einem Stück Forelle aus dem Backofen greifen. Übrigens zählt die Forelle – anders als Thunfisch, Makrele oder Seeteufel – auch nicht zu den quecksilberbelasteten Fischen.

Lachs bzz. Stremellachs in der Schwangerschaft

Canapés mit geräuchertem Lachs? In der Schwangerschaft leider tabu. Viele Schwangere denken dann über Stremellachs nach. Dieser wird schließlich heiß geräuchert (über 70 Grad Celsius) und Listerien oder Toxoplasmose-Erreger, werden in den meisten Fällen abgetötet.

Ist das Stück allerdings sehr dick, so bleibt ein Restrisiko: Denn hier kann es sein, dass durch die Dicke des Lachsstückes nicht alle Stellen auf 70 Grad erhitzt wurden. Bei Unsicherheiten einfach vor dem Verzehr noch einmal im Ofen kurz aber gründlich erhitzen.

Fondue in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft würden wir vom beliebten Fondue-Essen zu den Festtagen lieber abraten. Denn ein klassisches Fondue wird mit Rohmilchkäse, Weißwein und Kirschwasser gereicht. Um eine Listeriose-Infektion zu vermeiden, sollte hier lieber auf den Käse verzichtet werden – und, nun, der Alkohol verdampft leider beim Fondue auch nicht vollständig. 

Die gute Nachricht: Ihr könnt die Rezepte während eurer Schwangerschaft einfach ein bisschen abwandelt. Nehmt alkoholfreien Wein und pasteurisierten Käse.

Raclette – ein beliebtes Festtagesessen

Hier kommt es ganz darauf an, was ihr in eure Pfannen packt. Bei Fleisch oder Fisch solltet ihr immer darauf achten, dass beides gut durchgebraten ist. Wer ganz sicher gehen will, brät Fisch oder Fleisch vorher schon einmal ordentlich in der Pfanne an. Dann werden sie in der Raclette-Pfanne nur noch einmal erwärmt. 

Und was ist mit dem Raclette-Käse? Einige Käse-Sorten werden schließlich aus Rohmilch hergestellt. Auch hier gilt: sehr sorgfältig erhitzen! Schaut beim Einkaufen am besten schon einmal ganz genau auf die Verpackung bzw. Zutatenliste. Es gibt nämlich auch pasteurisierten Raclette-Käse.

WICHTIGDie Rinde immer vorher vom Käse abschneiden.

Mayonnaise im Kartoffelsalat

Würstchen mit Kartoffelsalat ist ein beliebtes Weihnachtsessen in vielen Familien. Besonders am Heiligabend erfreuen sich die meisten an dem unkomplizierten Essen. Wenn ihr schwanger seid, bereitet den Salat aber lieber ohne Mayonnaise zu. Tipp: Es gibt auch Mayonnaise ohne rohes Ei!

Schinken und Würstchen in der Schwangerschaft

Leckerer Schinken und Wiener Würstchen gehören für viele Menschen auf die Festtagestafel. Doch: Rohe oder halbgare Wurst- und Fleischwaren sind in der Schwangerschaft leider verboten. Sie können Toxoplasmose-Erreger, Listerien oder andere Keime enthalten.

Enten- oder Gänseleberpastete in der Schwangerschaft

Foie Gras ist für viele Feinschmecker eine Delikatesse – gerade an den Festtagen erfreuen sie sich an dem feinen Geschmack. Für Schwangere ist die Pastete aber verboten. Sie enthält viel tierisches Vitamin A und das kann die Hornhaut sowie die Leber eures Ungeborenen schädigen. Zudem sind viele Inhaltsstoffe mit hohen Mengen Schwermetallen belastet.

Austern und rohe Meeresfrüchte

Hier gilt: Finger weg! Der Grund liegt auf der Hand und sollte allen Schwangeren bekannt sein. Was roh ist, bleibt auch an den Feiertagen tabu. Rohe Meeresfrüchte können eine Listeriose auslösen. Auch eingelegte und geräucherte Meeresbewohner stellen ein Risiko dar.

Hier erfahrt ihr, was ihr über "Sushi in der Schwangerschaft" wissen müsst.

Kaviar in der Schwangerschaft als Weihnachtsessen

Bei dem feinen Kaviar handelt es sich um unbefruchtete Fischeier. Hier sollten Schwangere unbedingt darauf achten, dass der Kaviar bei der Bearbeitung pasteurisiert worden ist. Ansonsten könnt ihr euch auch hier mit Listeriose infizieren. In geringen Mengen spricht dann aber nichts dagegen.

Rotwein-Bratensauce

"Aber der Alkohol verkocht und verdampft doch!" Stimmt das wirklich? Theoretisch sollte er verdampfen, ja. Doch wird der Wein in der Sauce nicht lange genug erhitzt, so kann dennoch Alkohol im Essen verbleiben. 

Habt ihr gewusst, dass der Alkohol bei geschlossenem Deckel zwar verdampft, sich aber im Deckel wieder ansammelt und zurück in die Sauce tropft? Geht auf Nummer sicher und verzichtet auf den Wein in der Bratensauce. Oder ihr verwendet alkoholfreien Wein!

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