1. März 2019

Husten, Schnupfen, Halsweh

Krank in den Kindergarten?

Husten, Schnupfen, Halsweh
© fatihhoca/iStockphoto.com

Fieber, Erkältung oder Bauchschmerzen. Das kommt bei Kindern häufig vor. Dürfen sie damit in ihre Gruppe gehen? Oder bleiben sie besser zu Hause? Wie Mütter und Väter richtig entscheiden.

Die Nase läuft, das Kind hustet und fühlt sich matt. Ganz klar: Den kleinen Patienten hat eine Erkältung erwischt. Bei Kindern, die in die Kita oder den Kindergarten gehen, kommt das rund fünf- bis zehnmal im Jahr vor. Eltern, die berufstätig sind, trifft das besonders. Natürlich machen sie sich Gedanken um ihr Kind und fragen sich, ob hinter dem Fieber etwas Ernstes steckt. Gleichzeitig sorgen sie sich um ihren Job und die Arbeit, die liegen bleibt. Das gilt erst recht, wenn keine Großeltern in der Nähe wohnen, die im Notfall einspringen. Können die Eltern ihr Kind in diesem Fall vielleicht doch in die Kita oder den Kindergarten bringen?

Für die eher banalen Erkrankungen gibt es keine allgemein gültigen Regelungen. Manche Bundesländer oder einzelne Kindergärten schließen die Lücke aber mit eigenen Empfehlungen. Für Krankheiten wie Scharlach oder Windpocken ist dagegen das Infektionsschutzgesetz gültig, das die Ausbreitung ansteckender Krankheiten hemmen soll.

Und da gilt: Ob Scharlach oder Windpocken – kranke Kinder gehören nicht in den Kindergarten. Manchmal müssen sogar gesunde zu Hause bleiben, wenn jemand aus ihrer Familie zum Beispiel an Masern, Hirnhautentzündung oder ansteckendem Durchfall leidet.
Wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind und wie lange sie dauern: hier eine Übersicht.

Kleine Rotznasen dürfen in den Kindergarten

Gibt es keine Regeln bei Schnupfen und Co., dann verlassen sich Eltern am besten auf ihren eigenen Eindruck, rät Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster: Wenn kleine Rotznasen fit und munter wirken, dürfen sie weiter zur Krippe oder Kita. Wenn zu Husten und Schnupfen noch Kopfschmerzen und Fieber kommen oder die Kleinen nicht mehr spielen wollen, bleiben sie besser zu Hause.

Gerade bei den banalen Infekten haben Eltern also einen Ermessensspielraum. Das sorgt manchmal allerdings für Ärger mit anderen Müttern und Vätern. Ständig kommt ein Kind verschnupft in die Gruppe – kein Wunder, dass die eigenen Kinder einen Infekt nach dem anderen anschleppen! Trotzdem sagt Dr. Renz-Polster: Wenn Kinder bei jedem Schnupfen zu Hause bleiben müssten, wären die Kindergärten und Krippen leer. Außerdem: Viele Erkrankungen wie Windpocken und Erkältungen breiten sich am ansteckendsten aus, bevor sich die typischen Symptome zeigen.

Eltern dürfen bei ihrem kranken Kind zu Hause bleiben

Mütter oder Väter können sich pro Kind und Jahr zehn Tage lang von der Arbeit freistellen lassen, um kranke Sprösslinge (bis zwölf Jahre) zu pflegen. Voraussetzung: Niemand sonst im Haushalt kann diese Aufgabe übernehmen. Allein erziehenden Eltern stehen pro Kind insgesamt 20 Tage Freistellung zu. Allerdings ist der Anspruch bei drei und mehr Kindern auf 25 Tage im Jahr beschränkt (bei allein erziehenden Eltern: 50 Tage). In einigen Branchen haben die Tarifpartner für diese Zeiten Lohnfortzahlung vereinbart. Andernfalls zahlt die Krankenkasse Krankengeld; privat versicherte Eltern gehen jedoch leer aus.

Nach einem Infekt: Braucht mein Kind eine Gesundschreibung?

Und wann dürfen die Kleinen wieder in den Kindergarten? Am besten fragen Eltern den Kinderarzt – aus Rücksicht auf die anderen Kinder in der Gruppe und dem eigenen Kind zuliebe. Eine „Gesundschreibung“, also ein Attest darüber, dass der kleine Patient nicht mehr ansteckend ist, verlangt das Infektionsschutzgesetz nur bei wenigen Krankheiten. Dazu gehören Masern, Mumps, Windpocken, Scharlach oder auch der Befall mit Kopfläusen (bei wiederholtem Auftreten innerhalb von wenigen Wochen). Kinder unter sechs Jahren brauchen außerdem nach einer Brechdurchfall-Erkrankung vom Arzt eine Gesundschreibung.

2 Kommentare

  1. Tina sagt:

    Das Infektionsgesetz verlangt das vielleicht nicht, aber viele Kitas machen von ihrem Hausrecht gebrauch und bestehen auf die Gesundschreibung. Hier in Prenzlberg stehen Eltern damit vor einem schier unlösbaren Problem, da sich seit 2 Jahren einige Ärzte weigern, Gesundschreibungen auszustellen insofern sie nicht die gesetzlich verpflichtenden Krankheiten betreffen. Dass dieser Zwist auf dem Rücken der Eltern ausgetragen wird ist eine Sauerei. Kita sagt Arzt soll aktiv werden, Arzt weigert sich, Kita sagt Gesundheitsamt soll ausstellen, Gesundheitsamt sieht sich nicht in der Pflicht. Und nun? Wohl dem, der einen gnädigen Hausarzt (für Erwachsene) hat. Das dieses Thema bisher noch keine größeren Kreise gezogen hat, ist mir unbegreiflich. Meldet euch gern, wenn es euch wie uns geht.

  2. Veronika Müller sagt:

    …Und was ist mit den Erzieherinnen? Ich arbeite im Augenblick alleine als ausgebildete Fachkraft mit Eltern im Kiga, da die Schnupfennasen der Kinder die Kolleginnen außer Gefecht gesetzt haben.
    Ich empfinde es auch als fragwürdig, wenn alleine das Vorhanden sein von Fieber darüber entscheid soll, ob die Kinder zu Hause bleiben sollen. Viele Menschen bekommen heute kein Fieber mehr und sind trotzdem krank.

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